Zecken
– für Mensch und Hund gleich gefährlich
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Mit steigenden Temperaturen im Frühjahr wächst auch die Gefahr
des Zeckenbefalls. Dies gilt nicht nur für den Menschen, sondern auch für
Tiere, insbesondere für Hunde. In Deutschland treten die Tiere in der Zeit zwischen März und Oktober auf. Die Zecken („Holzböcke“) halten sich mit Vorliebe in Gräsern, Büschen und Sträuchern auf. Von dort krabbeln sie auf ihre Opfer und saugen deren Blut. Ca. 20% dieser Parasiten sind mit einem Erreger – der Lyme-Borreliose – infiziert und sondern diesen beim Saugakt mit dem abgesonderten Speichel auf ihren Wirt ab.
Beim Menschen nimmt man einen Zeckenbefall sehr ernst; nach Möglichkeit
wird ein Arzt aufgesucht. Vielfach lässt man sich sogar vorsorglich
impfen. Dabei werden auf Mensch und Hund die gleichen Krankheitserreger
mit den gleichen Krankheiten übertragen. Aus diesem Grund sollte der
Hundehalter Zeckenstiche ernst nehmen. Ohne ausreichenden Schutz kann
sein Hund, genauso wie er, an Borreliose, Piroplasmose oder Frühsommer-Meningoenzephalitis
, kurz FMSE genannt, erkranken. Am häufigsten droht den Hunden eine
Borreliose.
Die ersten Symptome der Borreliose treten beim Hund nach etwa
2 bis 5 Monaten in Form einer Arthritis auf. Seine Gelenke sind dabei in
der Regel stark angeschwollen und sehr schmerzhaft, die Beschwerden
wechseln von einem zum anderen Gelenk. Die Symptome können über Wochen
andauern. In einigen Fällen zeigen Hunde auch zeitweiliges Fieber mit
gestörtem Allgemeinbefinden, Herzprobleme, Nierenversagen und
neurologische Störungen sowie Verhaltensänderungen, Aggressionen oder
Anfälle. Bei Katzen sind die Krankheitsanzeichen weniger bekannt. Dies
zeigen Blutuntersuchungen, die auch zur Diagnose der Erkrankung durchgeführt
werden.
Es wird empfohlen, Hunde und Katzen präventiv gegen Zecken
und Zeckenbefall zu schützen. Zur Verminderung des Infektionsrisikos
sollten Hunde und Katzen nach jedem Freilauf gründlich abgesucht und
eventuell von den drei bis vier Millimeter großen, schwarz oder braun
gefärbten Zecken entfernt werden. Wenn die Blutsauger ein Opfer
erreicht haben, sind sie oft mehrere Stunden an der Wirtsoberfläche
unterwegs, um eine geeignete Ansaugstelle zu finden. Bevorzugt werden
Stellen an Kopf, Hals, Schulter und Achsel, die gefäßreich und dünnhäutig
sind. Bereits in der Haut festgesaugte Zecken können noch erfolgreich
an der Erregerübertragung gehindert werden. Die Speichelsekretion
beginnt frühestens zwei Stunden nach dem Ansaugen. Mit einer speziellen
Zeckenzange lassen sich die Insekten fassen und unter sanftem Zug aus
der Haut drehen. Keinesfalls sollte man sie vorher mit Öl abtöten.
Gerade im Todeskampf setzen die Zecken ihren möglicherweise infektiösen
Speichel ab. Neben der manuellen Zeckenabwehr und Naturmitteln wie
Knoblauch etc.
gibt es noch spezielle Wirkstoffe zur Anwendung gegen Zecken.
Hier sollte sich der Hundehalter vom Tierarzt beraten lassen. Wer mit seinem Hund in Mittelmeerländer, Norditalien, die Südschweiz oder Ungarn reisen möchte, sollte die Zeckenbekämpfung sehr ernst nehmen. In diesen Ländern wird der Erreger der Babesiose durch Zecken übertragen und im Mittelmeerraum ist eine Doppelinfektion mit dem Erreger der Ehrlichiose möglich. In beiden Fällen handelt es sich um Blutparasiten, die ein bis drei Wochen nach der Übertragung Fieberschübe mit gestörtem Allgemeinbefinden, Blutarmut und Blutharn auslösen können. Bei fortgeschrittenem Krankheitsbild entsteht Blutarmut. Wenn solche Krankheitszeichen nach einer Urlaubsreise auftreten, sollte der behandelnde Tierarzt auf den vorausgegangenen Auslandsaufenthalt aufmerksam gemacht werden.
DK
- Hersfelder Tierschutzverein e. V.
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